"(Die anderen) Killifische"
Rückblick zum Vortrag von Markus Wierer am 20. Februar 2026
Killfische, Killis, nannten holländische Siedler diese oft wunderbar bunten Fischchen, die in kleinsten Wasserlachen (den Kills) oder Fahrspuren auftauchten, nur von Sonnenstrahlen zu leben schienen, oft mit deren Austrocknen verschwanden, aber beim nächsten starken Regen ebenso plötzlich wieder auftauchten.
Sie konnten nicht ahnen, daß deren Systematik einmal um die 1200 derzeit bekannte Arten umfassen würde, wobei die Dunkelziffer wohl noch einiges höher liegen dürfte, mit einer - mit Ausnahme von Australien und den Polarzonen - weltweiten Verbreitung, mit einer Größe von unter 3 bis über 20 cm, von reinen Lebendfutter- bis zu reinen Pflanzenfressern. Nicht selten sind sie in ihrem Verbreitungsgebiet die einzigen Süßwasser-Fische, wobei es durchaus vorkommt, daß ein Tümpel ohne zu hybridisieren mehrere Arten beherbergt, aber eine Art die einzige Nahrungsquelle für eine andere bietet. Einige schaffen den Spagat von weichem Wasser bis zur doppelten Salinität von Meerwasser, andere leben in Gips-Quellen mit über 4000 μS.
Überraschend unter anderem auch, daß sich in diese Vielfalt neben Fischen, die kaum wenige Monate alt werden, auch unsere große und allbekannte Gruppe der lebendgebärenden Zahnkarpfen (inklusive der mexikanischen Goodeiden) einreiht.
Markus gelang es mit ansteckender Begeisterung und großartigem Fachwissen einen Bogen über all das auszuspannen – er hätte wohl noch tagelang erzählen können, uns aber auch mit umfangreichem Bild- und Videomaterial detaillierte Einblicke in Haltung und Zucht zu bieten.
Danke Markus für deinen Vortrag, der ein bei weitem zahlreicheres Publikum verdient hätte.

